Umweltmanagement und Nachhaltigkeit

Umweltaspekte der Forschungsstation Schneefernerhaus

Schneefräsen

Status

Das Schneefernerhaus verfügt über eine Reihe von Messterrassen und hat ausschließlich Flachdächer. Seit der Aufstellung der neuen Lawinenverbauung im Jahr 2008 ist die Schneemenge, die auf dem Haus abgelagert wird, zwar geringer geworden, trotzdem muss im Winter laufend Schnee geräumt werden, um den Forschern Zugang zu ihren auf den Außenflächen aufgestellten Messgeräten zu ermöglichen.

Dieser Räumbedarf verlangt insbesondere nach Neuschneefällen und/oder starken Windverfrachtungen den Einsatz von Schneefräsen. Aktuell vorhanden sind insgesamt fünf Fräsen verschiedener Größe und Leistungsstärke, die über die verschiedenen Stockwerke des Schneefernerhauses verteilt sind. Die Fräsen werden mit herkömmlichem Ottokraftstoff betrieben und verbrauchen im Schnitt 400 l pro Jahr. Zusätzlich emittieren sie unerwünschte Spurengase und Feinstaub.

Emissionsliste

Die Einsätze der Fräsen werden deshalb dokumentiert und in Form einer Liste mit Datum und Uhrzeit den Forschungspartnern zur Verfügung gestellt. Dies ist insbesondere für diejenigen Wissenschaftler wichtig, die Spurengase und Feinstaub messen und deren Ansaugleitungen zum Teil von den Abgasen der Fräsen betroffen sein können. Diesen Listen lässt sich entnehmen, dass in der Regel, außer im Juli, in jedem Monat gefräst werden musste. Auf Grund der hochalpinen Lage der Forschungsstation ist also auch in den Sommermonaten mit erheblichen Mengen an Neuschnee zu rechnen.

In einem ersten Schritt zur Emissionsreduktion wurde versucht, die Betriebsstundenzahl der Fräsen dadurch zu verringern, dass im Winter 2011/12 einige geeignet erscheinende Flächen von der Räumung ausgespart wurden. Dieser Ansatz schlug insoweit fehl, als die getroffene Entscheidung, eine bestimmte Fläche nicht zu räumen, kaum revidiert werden konnte, denn der Altschnee verwandelte sich mit der Zeit in einen massiven Eispanzer, der sich nur mit erheblichem Aufwand, zum Teil mit Hilfe von Kettensägen, entfernen ließ.

Elektrofräsen

Die UFS bleibt bemüht, den Einsatz der Fräsen mit Verbrennungsmotoren so gering wie möglich zu halten. Gleichzeitig wurde aber ein aufwändiges Projekt mit dem Ziel gestartet, auf elektrisch betriebene Schneefräsen umzusteigen.

Die momentan auf dem Markt erhältlichen Elektrofräsen sind allerdings auf Grund ihres außerordentlichen Gewichtes (> 1500 kg) und des sehr hohen Preises (Einzelanfertigungen) weitgehend ungeeignet. Der Lehrstuhl für Fahrzeugbau der TU München wurde daher beauftragt im Rahmen eines spezifischen F&E-Projektes, eine geeignete Elektroversion mit geringerem Gewicht zu entwickeln. Bei erfolgreichem Abschluss des Projekts wird eine Vermarktung der elektrischen Fräse durch ein KMU angestrebt.

 Wesentliche Eckpunkte sind:

  • Wartungsarmes Basisdesign;
  • Zwei stufenlos regelbare Brushlessmotoren (Erhalt von max 8kW Fräsleistung);
  • Testversionen mit variablen Drehmomenten;
  • Austauschbare, fahrstuhlgerechte 24V 400Ah starke LiFeYPO4 Akkus (je 120 kg) als Energielieferanten (entspricht jeweils 1h Fräszeit pro Akku);
  • Zuschaltbare LED-Scheinwerfer;
  • Wetterfeste und Schmutz abweisende Verkleidung;

 

Prototyp

Mitte März 2013 wurde der Prototyp der Elektrofräse mit zwei Wechselakkus und allem Zubehör auf die UFS geliefert und von den Mitarbeitern der TU München in Betrieb genommen. Dazu wurde im 5. OG eine Ladestation installiert, an der die Akkus geladen werden und dann mithilfe eines Krans auf die Fräse gehoben werden können. Auf diese Weise kann die Fräse mit einem Akku betrieben werden, während der zweite wieder aufgeladen wird.

Die ersten Tests waren sehr positiv. Derzeit laufen Langzeitversuche um insbesondere die Leistungsfähigkeit der Akkus zu überprüfen.

 

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