Umweltmanagement und Nachhaltigkeit

Umweltaspekte der Forschungsstation Schneefernerhaus

Arbeitsplatz- und Anlagensicherheit

Vorsorgeuntersuchungen

Die Umweltforschungsstation arbeitet auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit eng mit dem TÜV Süd in München zusammen. Alle Mitarbeiter nehmen regelmäßig an arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen nach folgenden Grundsätzen teil:

  • G37 – Bildschirmarbeit;
  • G41 – Arbeit mit Absturzgefahr, dies sind auf der UFS Dacharbeiten und Arbeiten an der Fassade sowie Schneeräumen auf exponierten Flächen;
  • G20 – Lärmarbeit, insbesondere Ladetätigkeit im Güterbahnhof der Station;
  • G24 – Hauterkrankungen, durch die erhöhte UV-Strahlung im Hochgebirge;
  • G25 – Fahr-, Steuer-, und Überwachungstätigkeit, die Mitarbeiter der UFS sind Schaffner bzw. Maschinisten der stationseigenen Forschungsseilbahn und für den reibungslosen Fahrbetrieb sowie die Sicherheit der Fahrgäste verantwortlich.
  • G26/III – Atemschutz, der Großteil der Mitarbeiter ist im Atemschutz ausgebildet und kann die in der Station vorhandene Atemschutzausrüstung tragen um im Notfall Personen zu retten.

 

Radonemanation

In einigen bergseitigen Räumen der UFS besteht eine geringfügig erhöhte Radonexposition durch aus dem anstehenden Gebirge des Zahnradbahnstollens entweichendes Radongas. Die Länge der Tunnelstrecke und die fast ausschließliche Entlüftung des Tunnels durch den Güterbahnhof der UFS führt hier zu einer Anreicherung. Die erhöhten Werte konnten durch empfindliche Messgeräte des Deutschen Wetterdienstes und des Institutes für Strahlenschutz des Helmholtz Zentrums München nachgewiesen werden. Eine fast einjährige Dauerbeobachtung der Radonbelastung hat ergeben, dass keine gesundheitsbedenkliche Belastung vorliegt. Die ermittelten Konzentrationen liegen unter den meldepflichtigen Werten der StrSchVO.

 

Mitarbeiterschulungen

Im Zusammenhang mit seinem Auftrag zur Arbeitssicherheit führt der TÜV SÜD einmal jährlich vor Ort eine Mitarbeiterschulung zu aktuellen Sicherheitsfragen und speziellen Aspekten der Arbeit auf einer entlegenen Forschungsstation durch. Alle Mitarbeiter erhalten außerdem regelmäßig eine Unterweisung als Ersthelfer durch das Bayerische Rote Kreuz, so dass im Notfall jeder Mitarbeiter auch Ersthelfer sein kann.

 

Begehung der Station

Die Abteilung Arbeitssicherheit des TÜV Süd führt einmal jährlich eine Begehung der Station durch, um sich von der Einhaltung der Sicherheitsvorschriften zu überzeugen.

 

Brandmeldeanlage

Für den Fall eines Brandes auf der Umweltforschungsstation muß davon ausgegangen werden, dass die Feuerwehr erst mit erheblichen Verzögerungen vor Ort eintrifft. Die Einsatzkräfte müssen mit der Seilbahn oder der Zahnradbahn in die Nähe der Station gebracht werden und im Zweifelsfall die letzte Strecke zu Fuß bewältigen. Dies kann vor allem in der Nacht bzw. außerhalb der Betriebszeiten der Bayerischen Zugspitzbahn mehrere Stunden in Anspruch nehmen.

Aus diesem Grund ist ein wohl durchdachtes Sicherheitskonzept unerlässlich. Hierzu zählt zum einen die Ausrüstung der Station mit insgesamt 112 Rauchmeldern und 20 Druckknopfmeldern, die auftretende Brände schon in der Entstehung detektieren können.

Im ganzen Haus sind Handfeuerlöscher verteilt, die es ermöglichen sollen, vor der Ausbreitung der Flammen einzugreifen. Zusätzlich sind in allen Fluren Fluchthauben ausgelegt, die es einer flüchtenden Person ermöglichen, ohne Kohlenmonoxidvergiftung aus dem Gefahrenbereich zu entkommen.

Im Falle eines Brandalarms sind alle in der Station anwesenden Personen aufgefordert sich zu einem zentralen Sammelpunkt in der Eingangshalle zu begeben. Der Sammelpunkt befindet sich innerhalb des Gebäudes und nicht - wie sonst üblich - außerhalb, da zunächst über den zu wählenden Fluchtweg entschieden werden muss. Da bei einem Brandalarm aus Sicherheitsgründen die Seilbahn stillgelegt wird, besteht die Möglichkeit das Gebäude durch den alten Haupteingang zu verlassen. Dies kann aber bei Lawinengefahr oder großer Kälte zu gefährlich sein, so dass dann der Fluchtweg durch den Zahnradbahntunnel gewählt werden muss. Das Sicherheitskonzept sieht vor, dass zunächst am Sammelpunkt festgestellt wird, ob alle auf der Station anwesenden Personen erschienen sind, um dann gemeinsam die Flucht anzutreten.

 

Sicherheitsunterweisung

Um das richtige Verhalten bei einem Notfall sicherzustellen, müssen alle Personen, die auf der UFS übernachten, an einer Sicherheitsunterweisung durch das Betriebspersonal teilnehmen. Diese regelt auch eine zum Brandfall analoge Vorgehensweise bei Gasalarmen, die durch Sensoren in den beiden im Hause befindlichen Gaslagern ausgelöst werden können.

Sowohl die Gaswarnanlage als auch die Brandmeldeanlage sowie die Feuerlöscher werden im jährlichen Turnus durch Fachfirmen gewartet und geprüft.