Umweltmanagement und Nachhaltigkeit

Umweltaspekte der Forschungsstation Schneefernerhaus

Wärme

Status

Das Haus verfügt über einen zentralen Wärmeenergiespeicher, von dem aus über vier Wärmepumpen das Gebäude mittels zentraler Warmwasserheizung beheizt wird. Als Wärmeenergiespeicher dient dabei der 120m3 große Feuerlöschtank. Er bezieht zum Einen seine Wärme von einer 100m2 großen Solarthermie-Fassade, die einen Teil der Südfront der Station einnimmt. Deren Vakuumflachkollektoren sind senkrecht montiert und können so auch im Herbst und Frühjahr bei niedrigen Sonnenständen erhebliche Wärmemengen erzeugen. Zum Anderen wird die Abwärme, welche durch die erforderliche zentrale Kälteversorgung entsteht, in den Löschwassertank eingespeist. Schließlich wird auch noch die Abwärme von einigen Messgeräten genutzt. Dies geschieht entweder über hydraulische Wärmetauscher (z.B. Hochleistungslasergeräte im 7. und 8. Obergeschoss) oder über Deckenkühler die die Raumwärme abführen (z. B Heliumkompressor im 5. Obergeschoss). Sollte die Leistung der Wärmepumpen auf Grund zu geringer Temperatur im Wärmeenergiespeicher nicht ausreichen, werden bis zu zwei elektrische Kessel zugeschaltet.

Auf die zwischenzeitlich installierten und genutzten Einrichtungen zur Wärmerückgewinnung außerhalb des Gebäudes wurde wieder verzichtet. Grund war die Selbstverpflichtung, auch unter extremen winterlichen Bedingungen zu garantieren, dass keinerlei Transportflüssigkeit (Glykol-Wasser-Mischung) in die Umgebung gelangt.

Kasino

Beim bereits angesprochenen Umbau des Westflügels zum neuen Kasino wurde insbesondere eine umfangreiche Wärmedämmung vorgenommen.

Hierzu wurde der Boden des Kasinos um 50 cm angehoben, um eine feuchtigkeitsregulierende Wärmedämmschüttung einbringen zu können. Die Wärmedämmung der Wände wurde mit 15 cm starken Dämmplatten realisiert und die südseitige Fensterfront erhielt neue Panoramafenster mit Dreifachverglasung und wärmegedämmten Fensterrahmen. Die Beheizung dieses neu geschaffenen Bereiches geschieht durch eine energieeffiziente hydraulische Wandflächenheizung, die unter dem Putz verlegt ist. Die Auslegungstemperatur dieser Heizung wurde so gewählt, dass sie optimal zur Wärmeerzeugung durch die zentrale Wärmepumpenanlage passt.

Konferenzbereich / energetische Sanierung EG

Im Zuge der weitern energetischen Sanierung des Hauses wird im Sommer 2013 der Konferenzbereich in Angriff genommen. Hier steht zunächst die Gletscherstube, ein rundum verglaster Anbau, der in den Südhang des Zugspitzmassives hinausragt, im Mittelpunkt. Neben neuen Panoramascheiben wird sowohl die Decke als auch der Boden gedämmt werden. Die Beleuchtung wird auf energiesparende LED-Leuchten umgestellt.

Bahnhof

In der Zeit des Hotel- und Gaststättenbetriebes im Schneefernerhauses von 1930 bis 1992 wurden die Gäste fahrplanmäßig mit der Zahnradbahn ins Haus befördert. Diese Bahnstrecke wird zwar nicht mehr mit öffentlichen Zügen befahren, steht aber nach wie vor der UFS für spezielle Güter- und Personentransporte zur Verfügung. Der 4,4 km lange Tunnel, der erst 1000 Höhenmeter unterhalb des Schneefernerhauses an der Station Riffelriß wieder zu Tage tritt, ist sowohl am Tunnelportal als auch auf halber Strecke durch Tore verschlossen. Dies soll im Fall eines Brandes im Tunnel den Kamineffekt unterbinden. Die Tore werden jeweils nur für die Durchfahrt eines Zuges kurz geöffnet. Auf diese Weise entsteht in der Regel zwei Mal pro Stunde erhebliche Zugluft, die durch die Bahnhofsanlagen des Schneefernerhauses in die Station drückt.

Der Wärmeverlust durch den Eintrag dieser Kaltluft soll durch den Bau von zwei automatisierten Schleusen mit Hilfe neuer Schiebetüren zwischen der Eingangshalle der UFS und dem unterirdischen Bahnhof gemindert werden. Der Einbau soll im Zuge des Umbaus der Eingangshalle im Herbst 2013 erfolgen.

 

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Wärmekonzept
Wärmekonzept
Abb. 1: Wärmekonzept
Wärmetauscher und Deckenkühler
Wärmetauscher und Deckenkühler