ACRIDICON-Zugspitze

Aerosol, Cloud, Precipitation, and Radiation Interactions and Dynamics of Convective Cloud Systems

ACRIDICON-Zugspitze-Kampagne vom 17.09. bis 05.10.2012 im Schneefernerhaus

ACRIDICON Zugspitze

Im Focus des ACRIDICON-Zugspitze-Projekts stand die Untersuchung konvektiver Wolken. Bei intensiver Konvektion treten häufig starker Niederschlag und starke Winde auf, die schwere Schäden anrichten können. Um solche Ereignisse genauer einschätzen und vorhersagen zu können, ist zum einen ein besseres Verständnis der zugrundeliegenden mikrophysikalischen Eigenschaften der Wolkenpartikel (Wolkentropfen, Eiskristalle) erforderlich, desweiteren gilt es aber auch, genauere Kenntnisse über die Wechselwirkung mit Aerosolen und atmosphärischer Strahlung zu gewinnen. Hierbei beeinflussen Aerosole die Entwicklung der Wolke, beispielsweise indem sie als Kondensationskeime dienen, umgekehrt werden Aerosole und Spurengase durch die in der Umgebung der Wolke und in der Wolke selbst auftretenden Winde umverteilt. Zusätzlich finden in den Wolkentropfen chemische Reaktionen statt, was als Prozessierung bezeichnet wird.

  • ACRIDICON Zugspitze
  • ACRIDICON Zugspitze

Beteiligt: 9 Institute, 34 Forscher

Beteiligt waren 34 Wissenschaftler der Universitäten Leipzig, Köln, München und Frankfurt, des Max-Planck-Instituts für Chemie, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, des Karlsruher Instituts für Technologie, des Forschungszentrums Jülich und des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung. Koordiniert wurde das Projekt durch das Leipziger Institut für Meteorologie und das Max-Planck-Institut für Chemie. Die zum Einsatz gekommenen vielfältigen Messinstrumente erlauben die Untersuchung unterschiedlicher Teilaspekte und zielen damit auf eine umfassende Untersuchung konvektiver Wollken ab. Sie lassen sich in drei Gruppen einteilen. Die erste Gruppe befasst sich mit der in situ Untersuchung von Wolkenpartikeln. Diese Geraete waren im Bereich des Zugspitzgipfels, etwa 300 Hoehenmeter über der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus in Betrieb. Dies ermöglicht komplementäre Messungen der Fernerkundungsgeräte auf dem Schneefernerhaus (Lidar, Spektrometer), die die zweite Gruppe bildeten. Die dritte Gruppe von Messgeräten lieferten Informationen über die chemischen Eigenschaften von Aerosole, Wolken- und Kondensationspartikeln und befandt sich ebenfalls auf dem Schneefernerhaus. Dadurch ergab sich eine für die Untersuchungsziele besonders geeignete Messanordnung, die je nach Bewölkung unterschiedliche Experimente und einen Vergleich der eingesetzten Instrumente erlaubte.

Idealer Standort: Das Schneefernerhaus

Die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus war für diese Kampagne besonders geeignet, da hier ausreichende Kapazität für den Betrieb einer Vielzahl von Messinstrumenten oberhalb der atmosphärischen Grenzschicht vorhanden ist und aufgrund der Messplattform auf dem Dach der Zugspitzbahn am Gipfel 300 Meter oberhalb des Schneefernerhauses eine gleichzeitige Beobachtung derselben Wolke mit in situ und Fernerkundungsinstrumenten möglich war.

Beteiligte Institute