Freistaat Bayern

Landesamt für Umwelt



Permafrostmessungen im Kammstollen des Schneefernerhauses
Aktuell: Permafrost-Karte der Alpen

“Neben Zugspitz und Watzmann auch am Allgäuer Hauptkamm und im Karwendel ewiges Eis im Boden – bei Klimaerwärmung: Standfestigkeitsprobleme, Steinschlag und Murabgänge“

Das Landesamt für Umwelt hat zusammen mit Partnern aus Italien, Österreich, Frankreich und der Schweiz die erste alpenweite Permafrost-Erfassung abgeschlossen.

Zahlreiche Bohrungen, Geländebeobachtungen, Temperaturmessungen, Sonneneinstrahldaten und Permafrost-Messstationen, unter anderem auch auf der Zugspitze wurden mit speziellen Computer-Programmen ausgewertet und in Karten dargestellt.

Nach aktuellen Klimaprognosen werden die Frosttage unter Null in den nächsten Jahrzehnten um 10 bis 20 Tage weniger. Dies kann zum Auftauen der Eisböden und damit zu Standfestigkeitsproblemen führen – rechtzeitige Vorsorge ist angebracht.

Zur Pressemitteilung des LfU

Weitere Informationen und Karten auf den Seiten des Landesamtes für Umwelt:www.lfu.bayern.de/geologie/massenbewegungen/projekte/permanet_by/index.htm

 

Bayerisches Immissionsmessnetz für Radioaktivität

Wartungsarbeiten eines LfU-Mitarbeiters an der Gamma-Dosisleistungssonde (gelb)  auf dem Schneefernerhaus.
Wartungsarbeiten eines LfU-Mitarbeiters an der Gamma-Dosisleistungssonde (gelb) auf dem Schneefernerhaus.

Das bayerische Immissionsmessnetz für Radioaktivität (IfR) ist ein automatisches Messnetz, das in ganz Bayern kontinuierlich  (d.h. rund um die Uhr) und flächendeckend die Radioaktivität der Umwelt überwacht. Es besteht aus derzeit 31 Messstationen. Diese sind mit Messgeräten zur Erfassung radioaktiver Stoffe in der Luft und zur Messung der Umgebungsstrahlung ausgerüstet. Die Messergebnisse werden an die Messnetz-Zentrale im LfU in Augsburg zur Auswertung gesandt. Das IfR hat insbesondere eine Früherkennungsfunktion für den Fall einer Freisetzung von radioaktiven Stoffen in die Umwelt.  

Falls ein Eintrag aus dem Ausland in höheren Luftschichten stattfindet, muss man in diesen Höhen messen können. Deshalb ist das Schneefernerhaus mit der ganzen Palette an IfR-Messgeräten bestückt:

  •  Gamma-Dosisleistung (misst auch radioaktive Edelgase)
  •  Aerosolmonitor (misst radioaktive Staubteilchen)
  •  Jodmonitor (misst radioaktives Jod)

Erdbebendienst Bayern

Seismische Stationen des BayernNetzes (blaue Dreiecke) und vom Erdbebendienst lokalisierte Erdbeben im Zeitraum 2000 bis 2009.
Seismische Stationen des BayernNetzes (blaue und gelbe Dreiecke) und vom Erdbebendienst lokalisierte Erdbeben im Zeitraum 2000 bis 2009.

Jährlich treten in Bayern hunderte von Erdbeben auf. Einige dieser Erdstöße sind stark genug, um von der Bevölkerung verspürt zu werden. Um die Öffentlichkeit über alle fühlbaren Erdbeben schnell und umfassend zu informieren, wird in einer gemeinsamen Initiative des Department für Geo- und Umweltwissenschaften der Ludwig-Maximilians Universität München und des Landesamtes für Umwelt der Erdbebendienst Bayern betrieben.

Das BayernNetz überwacht mit 24 Stationen die Seismizität in Bayern und informiert die Öffentlichkeit über das Auftreten von Erdbeben. Die seismische Station im Schneefernerhaus ist ein Beispiel für das Zusammenspiel von seismischer Überwachung und Forschung. Hier überwacht man einerseits die Erdbebenregion Inntal-Estergebirge. Andererseits untersucht man hier die Einflüsse der Topographie auf die Ausbreitung seismischer Wellen, die zu verstärkten Schäden führen können.

Permafrostmessungen an der Zugspitze

Im Auftrag des Landesamts für Umwelt wurde im Jahr 2007 der Gipfelgrat der Zugspitze durchbohrt.
Im Auftrag des Landesamts für Umwelt wurde im Jahr 2007 der Gipfelgrat der Zugspitze durchbohrt. In dem 44 Meter langen Bohrloch sind 25 Sensoren installiert.

In großen Höhen wie an der Zugspitze sind Boden und Fels dauerhaft gefroren. Veränderungen im Permafrost sind nicht nur ein langfristiger Klimaindikator, sie haben auch eine grundsätzliche praktische Bedeutung für Gebäudegründungen und für Felssturzgefahren.
Aufgrund von jüngsten Voruntersuchungen konnte zweifelsfrei festgestellt werden, dass Permafrost im Zugspitzgipfel vorkommt. Die Klimaerwärmung dürfte ein langsames Auftauen verursachen. Anhand der Voruntersuchungen kann die räumliche Verbreitung des Permafrostes grob skizziert werden. Ausgehend davon werden nun weitere Untersuchungen geplant. Finanziert durch das Bayerische Umweltministerium wurde im August 2007 im Auftrag des Landesamt für Umwelt eine Bohrung quer durch den Gipfelgrat vorgetrieben. In der Bohrung wurde dauerhaft eine Temperaturmessanlage installiert, die hier stellvertretend für die Bayerischen Alpen Veränderungen aufzeichnet. Die Bohrung war eine technische und logistische Herausforderung: Der Transport der schweren Geräte war nur durch die aktive Mithilfe der Bayerischen Zugspitzbahn über die Seilbahn möglich.
Ziel der Messanlage ist es, langfristige Veränderungen im Bestand des Permafrostes zu erfassen und zu dokumentieren. Die Ergebnisse sollen interessierten Universitätsinstituten zu weiteren Untersuchungen und Modellierungen zur Verfügung gestellt werden.

Auszug aus der Karte der Permafrost-Wahrscheinlichkeit in den Bayerischen Alpen: Projekt PermaNET

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Letzte Änderung: April 2011