Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
Institut für Strahlenschutz
Institut für Ökologische Chemie


Die Helmholtz Zentrum München betreibt auf dem Schneefernerhaus ein Spektrometer zum Nachweis sekundärer Neutronen der kosmischen Strahlung. Damit können sowohl kurzzeitige Schwankungen der Neutronenintensität als auch die Energie der Neutronen gemessen werden. Ziel ist es, mit diesen Messungen Simulationsrechnungen der kosmischen Strahlung in der Atmosphäre zu überprüfen. Bei genauer Kenntnis der kosmischen Strahlung zu einem beliebigen Zeitpunkt und an einem beliebigen Ort in der Atmosphäre lässt sich ein möglicher Einfluss der kosmischen Strahlung auf das Klima untersuchen und die Strahlenbelastung von fliegendem Personal berechnen.
Bisher konzentrierten sich radioökologischen Studien auf Untersuchungen in der Vegetationsperiode, um die direkte Kontamination von Pflanzen und Böden nach Radionuklidfreisetzungen zu quantifizieren. Radioökologische Prozesse, die mit Schnee verbunden sind, sind bisher selten untersucht worden und viele Probleme sind nicht geklärt. Daher soll sowohl die Deposition von Radionukliden mit und auf Schnee als auch der Schmelzprozess mit seiner Aufteilung in Schmelzwasser und Residuum untersucht werden. Verschiedene Winterszenarien für das Ausbreiten und Verhalten von Radionukliden in Raum und Zeit sollen für städtische und ländliche Umgebungen definiert und im Detail studiert werden. Vorhersagen für umfangreichere Kontamination und Strategien zur Dekontamination und Minderung sollen entwickelt werden. An der UFS werden Studien zur Deposition bei Schnee durchgeführt, da vermutet wird, dass das Auswaschverhalten von Schnee effektiver ist als das bei Regen. So soll die Abhängigkeit der Deposition bei Schneefall von der Niederschlagsintensität und der Kristallart der Schneeflocken wie auch die trockene Deposition auf eine geschlossene Schneedecke untersucht werden. Als Tracer dienen jeweils Radionuklide, die in der Atmosphäre entweder natürlich (Be-7, Na-24, Pb-210) oder durch Resuspension (Cs-137) relativ homogen vorhanden sind. Radioaktivitäten werden gammaspektrometrisch bestimmt. In Abschmelzversuchen soll ferner das zeitliche Verhalten der Radionuklidkonzentration in Schmelzwasser und Residuum studiert werden. Neben den oben genannten Umweltnukliden für die Freilandexperimente sollen im Labor ergänzende Studien mit relevanten künstlichen Nukliden durchgeführt werden.

Persistente organische Schadstoffe (POPs) sind eine heterogene Gruppe biologisch schädlicher, anthropogener Verbindungen, wie Pestizide (z.B. DDT), Industriechemikalien (PCBs, PBDE) und Verbrennungsprodukte (PCDD/F, PAHs), welche aufgrund ihrer extrem langsamen Abbaurate über lange Strecken transportiert werden können, sich mittlerweile ubiquitär in allen Umweltmedien verteilt haben und in organischen Materialien, so auch in Ökosystemen, wie Wäldern, akkumulieren. Die Alpen stellen aufgrund ihrer Topographie, der höheren Niederschläge und tieferen Temperaturen eine bisher wenig untersuchte, aber wirksame Transportbarriere und effektive Senke für POPs dar. Im Rahmen der internationalen Projekte MONARPOP und POPALP werden seit 2005 an der UFS kontinuierliche Immissionskonzentrations- und Depositionsmessungen dieser POPs durchgeführt. Parallel zu den Eintragsmessungen werden die POPs in hochalpinen Quellwässern untersucht. Entsprechende Studien finden im Tunnelsystem oberhalb des UFS an der Grenzfläche zwischen Permafrostbereich und Niederschlagspenetration statt. An alpenweit 40 Standorten, inklusive einiger Vertikalprofile, wird außerdem der Gehalt in Fichtennadeln, im Humus und Mineralboden analysiert. Ziel dieser Studie ist es, Aussagen zu Ferntransporten, zur regionalen und höhenabhängigen ökosystemaren Belastungssituation und zu zeitlichen Trends zu erhalten, die als Information für nationale und internationale Entscheidungsträger und als Instrument im Rahmen der langfristigen Kontrolle der POP-Konvention dienen können.
Im Rahmen des Verbundprojektes KLIMAGRAD werden im Raum Garmisch-Partenkirchen/Grainau Untersuchungen zur vertikalen Verteilung von Temperatur und Feuchte an Hängen und im Vergleich Tal/Zugspitzgipfel durchgeführt. Parallel dazu erfolgen an diesen Profilen Messungen zur Quantifizierung des Stickstoffeintrags in Bergwaldökosysteme.
Für den Inhalt dieser Seite ist das Helmholtz Zentrum München verantwortlich.