Dr. Joachim P. Kuettner, der erste Meteorologe der Wetterwarte Zugspitze nach dem 2. Weltkrieg ist am 24. Februar 2011 im Alter von 101 Jahren in Boulder/Co verstorben.
Der Meteorologe und Flugpionier Joachim Kuettner war vom 12. Juni 1945 bis 01. August 1948 als erster Meteorologe nach dem 2. Weltkrieg wissenschaftlich an der Wetterwarte Zugspitze tätig. Er reaktivierte die teilweise zerstörte Wetterwarte, machte meteorologische und luftelektrische Untersuchungen und erforschte Flugverhalten und Flügelstellungen der Hochgebirgsvögel, die ihm Rückschlüsse auf Flugzeugkonstruktionen ermöglichten. Dr. Kuettner wirkte ab 1949 im Flugzeugbau, als Forschungsdirektor am Mt. Washington Observatorium, und als Direktor des Marshal Space Flight Centers bei der Entwicklung der Raumfahrt und in der Atmospärenforschung in den USA.
Dort war er bis ins hohe Alter am Institut for Atmospheric Research in Boulder/Co tätig, Chairman der University Corporation for Atmospheric Research und leitete die großen internationalen Projekte der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) wie das BOMEX (Barbados Oceanographic Meteorological Experiment), GATE Atlantic Tropical Experiment, MONEX Monsoon Experiment, ALPEX (Alpin Experiment), die im Rahmen des Global Atmospheric Research Programms stattfanden.
Sein letzter Besuch der Wetterwarte Garmisch-Partenkirchen/Zugspitze und der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus fand an einem sonnigen Tag im Mai 2004 statt. Joachim Kuettner hinterlässt seine Ehefrau Monika, die er 1948 auf der Zugspitze kennen gelernt hat. In seinem Zugspitztagebuch für den 100 Jahres-Jubiläumsband der Wetterwarte beschreibt er diese Begegnung: „Der schönste Besuch war der einer jungen, zarten und hochbegabten Schauspielerin namens Monika Seiler, die aus München kommend im neuen Garmischer Theater Triumphe feierte. Mit ihr verließ ich die Zugspitze und seit 50 Jahren ist sie meine Frau“.
Dr. Joachim Küttner feiert am 21. September 2009 seinen 100. Geburtstag. Sein Deutscher Segelflug-Höhenrekord mit 13.015 Metern, welchen er im Jahre 1955 mit einer Schweizer SGS 2-25 erflog, ist bis heute ungebrochen!
Die Wetterwarte Zugspitze und die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus haben einen guten Freund verloren.
Manfred Kristen, Wetterwarte Garmisch-Partenkirchen/Zugspitze