Ludwig Maximilians Universität München

Meteorologisches Institut
Department für Geo- und Umweltwissenschaften
Medizinische Klinik Innenstadt

Sonnenphotometer

Meteorologisches Institut

Klimabedingte Änderung der UV-Strahlung

Die solare UV-Strahlung ist wichtig im Hinblick auf die menschliche Gesundheit, für photochemische Prozesse in der Atmosphäre und für die Verwitterung von Materialien. Deshalb muss sie überwacht werden und mögliche Einflussparameter müssen untersucht werden, die sich durch eine Klimaänderung ändern können. Am Schneefernerhaus untersuchen wir den Effekt von Wolken, der Reflexion an der Gebirgswand und kalibrieren Radiometer zur Messung der Aerosolbelastung (Feinstaub), die wiederum die UV-Strahlung beeinflusst. Auf der Zugspitze gibt es die höchste UV-Bestrahlung in Deutschland und gleichzeitig viele Touristen. Auch deshalb ist eine permanente Überwachung notwendig. Zusammen mit der Höhenmedizin ergeben sich Möglichkeiten, Effekte der UV-Strahlung im Hinblick auf die menschliche Gesundheit zu untersuchen.

Schneefall und unterkühlte Flüssigwasserwolken

Eine der größten Unsicherheiten bei der Erstellung von Klimaprojektionen liegt in der Beschreibung der Wechselwirkungen von Wolken und Strahlung. Der Grund dafür ist, dass heutige Klimamodelle stark vereinfachte Beziehungen (Parametrisierungen) zur Beschreibung von Wolkenprozessen verwenden (beispielsweise ob eine Wolke bei einer bestimmten Temperatur aus Eisteilchen oder Wassertröpfchen besteht). In jüngster Zeit haben moderne Fernerkundungsbeobachtungen gezeigt, dass sich häufig Schichten unterkühlten Wassers (d.h. flüssiges Wasser unterhalb des Gefrierpunktes) innerhalb von Eiswolken finden lassen. Die Phase der Wolken ist ein entscheidender Parameter für ihre Klimawirksamkeit. Aus diesem Grund besteht großes Interesse daran, solide Statistiken über die Phase von Wolken zu erhalten. Ein anderer wichtiger Aspekt insbesondere hinsichtlich des Wasserkreislaufs stellt die Beobachtung und Quantifizierung des Niederschlags in seinen verschiedenen Formen (flüssig/gefroren) dar. Hierzu haben sich Kombinationen aus aktiven (Radar) und passiven Methoden (Radiometern) im Mikrowellenbereich als äußerst effektiv erwiesen. Das Meteorologische Institut der LMU München betreibt in Zusammenarbeit mit der Universität zu Köln seit 2007 zu diesem Zweck ein sog. "Dual Polarization Radiometer" (DPR) welches bei 90 und 150 GHz die thermische Strahlung der Atmosphäre erfasst. Mit Hilfe dieser Daten können z.B. auch noch sehr geringe Mengen an flüssigen Wasser in Wolken nachgewiesen werden. Außerdem sind Aussagen über Schneegehalt der Wolken und Orientierung von Schneepartikeln möglich. Ergänzt werden diese Messungen durch Beobachtungen eines zweiten Radiometers (HATPRO) sowie durch die Messungen eines Wolkenradars (betrieben vom DLR). Langfristiges Ziel dieser Messungen ist einen umfangreicher Datensatz zu erhalten, der dabei hilft unser Verständnis der Wolkenmikrophysik zu verbessern und die Qualität bestehender Wetter- und Klimamodelle überprüfen zu können.

Department für Geo- und Umweltwissenschaften

Seismologische Überwachung Bayerns – die Zugspitze als „Testlabor“ für seismische Topographieeffekte

Das BayernNetz (eine Initiative des StMUG, LfU und der LMU) überwacht mit 24 Stationen die Seismizität in Bayern und informiert die Öffentlichkeit über das Auftreten von Erdbeben. Das BayernNetz ist eng verknüpft mit europäischen Initiativen zur Modernisierung der seismologischen Infrastruktur. Die seismische Station im Schneefernerhaus ist ein Beispiel für das Zusammenspiel von seismischer Überwachung und Forschung. Sie dient zugleich als wichtige Station zur Überwachung der Inntal/ Estergebirge Erdbebenregion und zur Untersuchung von Topographieeinflüssen der seismischen Wellenausbreitung, welche zu verstärkten Schadensbildern führen kann.

Department für Geographie

Schneehydrologische Modellierungen - Nutzung prozessbasierter Modelle zur Beschreibung der Hydrologie an der Zugspitze

Das Department für Geographie führt im Bereich des Zugspitzplatts schneehydrologische Modellierungen mit den Modellen SnowModel und ALPINE3D durch. Der Einsatz dieser Modelle erlaubt eine detaillierte Untersuchung der Stoff- und Energieflüsse auf der Zugspitze. Die Ergebnisse der Arbeiten sollen dazu beitragen ein besseres Verständnis füt die hydrologischen Abläufe auf der Zugspitze zu entwickeln. Zudem sollen Unsicherheitsanalysen durchgeführt werden um die Ergebnisse bewertbarer zu machen. In Ergänzug zur Untersuchung vergangener Zeiträume, werden auch, an die Ergebnisse des IPCC angelehnte, Szenarienläufe verwirklicht werden. Die Szenarienläufe werden es interessierten Stakeholdern erlauben, sich besser auf das zukünftige hydrologische Verhalten des Gebiets z.B. im Hinblick auf Hoch- und Niedrigwasser, einzustellen.

Medizinische Klinik Innenstadt

Gesund trotz Wetter – Auswirkungen des Klimawandels auf den menschlichen Organismus

Der Klimawandel fordert den menschlichen Organismus auf vielfältige Weise heraus. Neben Allergenen von bisher nicht in Bayern heimischen Pflanzen besteht eine Gefährdung der Atmungsorgane und damit vor allem von Patienten mit Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen durch eine Zunahme von Luftschadstoffen und die vermutlich stärker ausgeprägten Wechsel von Wetterlagen. Vergleichsuntersuchungen im Tal und auf dem Schneefernerhaus mit unterschiedlichem Klima und Luftdruck in einem interdisziplinären Team (Physiker, Meteorologen, Biologen, verschiedene medizinische Fachrichtungen) sollen diese Veränderungen simulieren und helfen, die Reaktion des Organismus besser zu verstehen sowie mögliche Therapieoptionen zu erproben.

Ziel des Kooperationsprojekts Gesundheitswetter ist die Entwicklung eines spezifischen Gesundheitsindex für Atemwegserkrankungen. Relevante Umweltinformationen und medizinische Datensätze werden miteinander in Verbindung gebracht, um den Einfluss von Umweltfaktoren auf das Wohlbefinden der Patienten zu quantifizieren. Weiterhin soll der entwickelte Index dazu eingesetzt werden, bei vorhergesagten ungünstigen Wetter- bzw. Luftschadstoffssituationen leichtverständliche Informationsprodukte bzw. Warnungen zu veröffentlichen.

Einfluß des Hochgebirgsklimas auf Allergien und Umweltkrankheiten

In diesem Projekt sollen die Einflüsse des Hochgebirgsklimas auf allergische Reaktionen im Experiment, in der Kultur und am Menschen untersucht werden.

Prüfung und Untersuchung von Parametern und phänotypischen Merkmalen der allergischen Entzündung an Patienten und Kontrollpersonen

An ausgewählten Patienten und gesunden Kontrollpersonen werden die Einflüsse des Hochgebirgsklimas auf gezielte Parameter der allergischen Reaktion bei atopischen Erkrankungen wie Rhinokonjunktivitis allergica (Heuschnupfen), atopisches Ekzem (Neurodermitis) und Asthma unter standardisierten Bedingungen untersucht.

Ansprechpartner
Prof. Dr. Rudolf Maria Huber
LMU - Pneumologie
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Tel. +49 89 5160-2590
Fax +49 89 5160-4905

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Dr. Peter Köpke
LMU - Meteorologie
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Tel. +49 89 2180-4367
Fax +49 89 2180-4381

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Prof. Dr. Jürgen Schmude
LMU-GeoWiTou
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Dr. Joachim Wassermann
LMU-Erdbebendienst
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Tel. +49 89 2180-73962
Fax +49 89 2180-73970

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Dr. Matthias Wiegner
LMU - Meteorologie
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Tel. +49 89 2180-4344
Fax +49 89 2180-5508

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Letzte Änderung: Mai 2011