Umweltmanagement und Nachhaltigkeit

Umweltaspekte der Forschungsstation Schneefernerhaus

Einführung

Standort und Aktivitäten

Das Schneefernerhaus liegt auf einer Höhe von 2650 m über dem Meer am südlichen Steilhang des Zugspitzgipfels. Es wurde im Jahre 1930 als Hotel und Endbahnhof der Zahnradbahn errichtet. Das Schneefernerhaus steht somit in einer hochalpinen Umgebung unter dementsprechenden klimatischen Einflüssen, wozu auch die Bedrohung durch alpine Naturgefahren gehört. Desgleichen verursachen z.B. bauliche Veränderungen und mit Bergtransporten verbundene Maßnahmen erhebliche Mehrkosten gegenüber solchen im Tal.

Andererseits ist es über den Stollen der Zahnradbahn hervorragend an die Infrastruktur des Gebäudeeigentümers, der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB), angebunden. Die Gleisanlage wird zwar nicht mehr fahrplanmäßig bedient, kann aber für betriebliche Zwecke der BZB oder der UFS, insbesondere für schwere Materialtransporte, genutzt werden.

 

Virtuelles Institut

Das Schneefernerhaus wurde Mitte der neunziger Jahre zu einer Umweltforschungsstation umgebaut und wird organisatorisch als ein „virtuelles“ Institut geführt. Zu diesem Zweck haben sich aktuell zehn deutsche Forschungseinrichtungen langfristig zu einem Konsortium zusammengeschlossen, um die Vorteile einer gemeinsamen Plattform im Hochgebirge zu nutzen und sich inhaltlich und infrastrukturell zu vernetzten. Die Schwerpunkte der Forschung liegen in den Bereichen Klima und Wetter, Schutz der Atmosphäre, Fernerkundung, Radioaktivität, Früherkennung von Naturgefahren und Höhenmedizin. Dafür stehen 675 m² Labore, rd. 700 m² Konferenz- und Übernachtungsräume, sowie 450 m² Experimentierterrassen und andere Restflächen zur Verfügung. Aktuell wird eine internationale Kooperationsvereinbarung mit dem Ziel einer verstärkten Zusammenarbeit mit anderen Höhenforschungsstationen im Alpenbereich erarbeitet („Virtuelles Alpenobservatorium“).

 

Organisationsstruktur

Gemäß dem Konsortialvertrag vom 17. Juni 2007 werden die Geschicke des „Virtuellen Instituts Umweltforschungsstation Schneefernerhaus – UFS“ neben der „Betriebsgesellschaft Umweltforschungsstation Schneefernerhaus GmbH“ von drei Gremien gelenkt:

  • a) Konsortialrat, bestehend aktuell aus Vertretern der neun weltweit renommierten Forschungsorganisationen, bzw. Universitäten DLR, DWD, HMGU, KIT, LMU, MPG, TUM, UAU und UBA, sowie des Freistaats Bayern (StMF, StMUG, StMWFK) und eines (nicht stimmberechtigten) Vorsitzenden. Er bestimmt die großen forschungspolitischen Linien und Strategien der UFS im Sinne eines Aufsichtsrats.

  • b) Science Team, bestehend aktuell aus neun Wissenschaftlern aus den hier beheimateten thematischen Säulen. Es bildet das „wissenschaftliche Gewissen“ der UFS und entscheidet über alle wissenschaftlichen Einzelfragen.

  • c) Gesellschafterversammlung, bestehend aktuell aus fünf Vertretern des Gesellschafterkreises Markt und Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Gemeinde Grainau (zusammen 25%) sowie Freistaat Bayern (75%), vertreten durch das StMF. Sie übt vor allem die Finanzkontrolle über die Betriebsgesellschaft aus. Wegen seiner fachlichen Zuständigkeit ist auch das StMUG in der GV vertreten.

Wie erwähnt, wird die Geschäftsführung von der Betriebsgesellschaft UFS GmbH wahrgenommen. Sie verfügt zum Einen über einen Mietvertrag mit der BZB und verwaltet und betreut zum Anderen das Gebäude und die Infrastruktur der wissenschaftlichen Labore (Energie, EDV-Anbindung, Beleuchtung, Wasser, etc.). Darüber hinaus sind die Konsortialpartner und Wechselnutzer (d.h. nicht im Konsortialvertrag vertretene Mieter) für ihre Räume, Instrumente und wissenschaftlichen Geräte selbst verantwortlich. Die UFS GmbH übernimmt Basisdienstleistungen und nach Absprache beispielsweise auch Wartungsarbeiten für diejenigen Nutzer, die nicht in der Lage sind selbst anzureisen. Sowohl der Platzbedarf als auch die personelle Besetzung variieren erheblich zwischen den einzelnen Nutzern. Während manche Konsortialpartner täglich auf der UFS anwesend sind, betreiben andere ihre Geräte operationell mittels Fernzugriff über das Internet und besuchen die Station nur anlassbezogen. Darüber hinaus besteht ein Geschäftsbesorgervertrag mit dem bifa Umweltinstitut Augsburg zur Abwicklung der kaufmännischen Angelegenheiten.

 

Umweltmanagement

Bei der Beurteilung aller umweltrelevanten Aspekte der Forschungsstation ist sowohl die außergewöhnliche Lage des Hauses als auch die Trennung der Verantwortungsbereiche zwischen der BZB als Gebäudeeigentümer, der Betriebsgesellschaft UFS GmbH als Mieter sowie den Konsortialpartnern bzw. Forschungsgästen als eigentliche Nutzer zu berücksichtigen. Die Betriebsgesellschaft ist bemüht, ihren Betriebsangehörigen eine bestmögliche Sicherheit zu gewähren, ihren Mietern optimale Forschungsbedingungen zu bieten und darüber hinaus die Belastungen für die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Sie wird dabei von den in unterschiedlicher Verantwortung tätigen Gremien Gesellschafterversammlung, Konsortialrat und Science Team sowie den darüber hinaus tätigen Wissenschaftlern und Gästen tatkräftig unterstützt. Hierbei ist zu beachten, dass die Besonderheiten der hochalpinen Lage des Schneefernerhauses Besonderheiten bei der Bewirtschaftung und bei der Prioritätensetzung bzgl. der anzustrebenden Umweltaspekte nach sich ziehen können. Des weiteren ist zu berücksichtigen, dass die BG UFS GmbH eigenständig nur über einen sehr begrenzten Etat verfügen kann. In Folge der seit Ende 2005 bis dato gelaufenen umfassenden Neuausrichtung der UFS, zu der auch umfangreiche bauliche Sanierungen, Umbauten und organisatorische Maßnahmen gehörten, war es bisher nicht möglich, gesicherte Bilanzen für die einzelnen Umweltfaktoren zu ermitteln, um daraus evtl. negative Folgen der Veränderungen bzw. positive Ergebnisse der eingeleiteten Umweltmaßnahmen ableiten zu können. Dessen ungeachtet wird im Folgenden eine Zustandsbeschreibung der einzelnen Umweltaspekte vorgenommen.

 

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