Umweltmanagement und Nachhaltigkeit

Umweltaspekte der Forschungsstation Schneefernerhaus

Kältemittel und Kühlsysteme

Im Schneefernerhaus wird eine Globalstation des „Global Atmosphere Watch“- Programms der WMO betrieben, die u. a. den Gehalt an halogenierten Kohlenwasserstoffen in der Atmosphäre misst. Zu diesen Gasen gehören auch die FCKWs, die lange Zeit als Kältemittel verwendet wurden und in den späten 70er Jahren als für die Zerstörung der Ozonschicht verantwortlich erkannt wurden. Nachdem die Produktion der FCKWs im Montreal-Protokoll reglementiert wurde, fanden andere Gase, insbesondere teilhalogenierte Fluorchlor-kohlenwasserstoffe (H-FCKWs) als Kältemittel Verwendung. Diese Gase greifen zwar die Ozonschicht nicht an, verfügen aber über ein erhebliches Treibhauspotential, d.h. sie tragen pro Molekül um mehr als das 10.000-fache stärker als ein CO2-Molekül zur globalen Erwärmung bei.

Aus diesen Gründen war es wichtig, die Konzentrationen dieser Gase

  • a) in der Atmosphäre kontinuierlich zu messen, um so die Einhaltung des Montreal-Protokolls (Abnahme der FCKW) zu überwachen und den zu erwartenden Anstieg der Ersatzgase zu dokumentieren, sowie
  • b) innerhalb des Gebäudes selbst, um den Nachweis zu erbringen, dass in der Nähe der Messgeräte keinerlei lokale Quellen dieser Gase vorhanden sind. Denn auch „technisch“ dichte Gaskreisläufe verlieren nachweisbare Mengen, die die hochemp-findlichen Messungen der freien Troposphäre verfälschen können.

Als Folge der internen Messungen ergab sich frühzeitig die Notwendigkeit, in dem vorhandenen Kühlsystem bzw. in den Wärmepumpen des Schneefernerhauses das FCKW-haltige Kältemittel komplett durch Propan als Kältemittel zu ersetzen, was mit erheblichen Kosten verbunden war. Darüber hinaus hat die UFS alle herkömmlichen Kühlschränke entsorgt und durch solche ersetzt, die ebenfalls mit Propan als Kältemittel betrieben werden können. Diese Kühlschränke und die Wärmepumpen (siehe Abschnitt Wärme) müssen von einer Spezialfirma mit hochreinem Propan der Qualität 5.0 statt der handelsüblichen Variante R290a befüllt werden. Alle Forschungspartner sind nunmehr verpflichtet, die Verwendung halogenierter Kältemittel bei Ihren Messungen und Versuchsaufbauten auszuschließen. Diese sehr kostenaufwändigen Maßnahmen ermöglichen zum Einen die erforderliche Präzision der wissenschaftlichen Messungen und stellen zum Anderen einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz dar (Schutz der Ozonschicht). Hinzu kommt, dass das Propan selbst im Gegensatz zu dem FCKW nur ein geringes Treibhauspotential von 3,3 GWP besitzt. Je nach dem, mit welchen synthetischen Kältemitteln man vergleicht, ist eine Kühlung mit Propan um bis zu 25% effizienter und trägt damit auch seinerseits zur Energieeinsparung bei.

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