Virtuelles Alpenobservatorium

Vernetzung der Höhen-Forschungsstationen im Alpenraum

Umweltforschungsstation Schneefernerhaus

Europa wächst zusammen – auch in der Klimaforschung

Foto: Tanja Knieler, STMUG

"Das Virtuelle Alpenobservatorium (VAO) bringt eine neue Qualität in die europäische Klimaforschung." Dies betonte der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber bei einem Besuch auf der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus am 20.09.2013. "Der Klimaschutz in den Alpen braucht Konsequenz und Kooperation – gemeinsam, grenzüberschreitend und auf Basis vergleichbarer Daten. Das Virtuelle Alpenobservatorium wird zur Schaltzentrale der Klimaforschung in den Alpen", so Huber.

Anlass des Besuchs war die erste offizielle Arbeitssitzung der internationalen Partner, die sich auf Initiative der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus zu einem Virtuellen Alpenobservatorium zusammengeschlossen haben. Dazu gehören die Internationale Stiftung Hochalpine Forschungsstation Jungfraujoch und Gornergrat (Schweiz), das Höhenobservatorium auf dem Sonnblick (Österreich) und die Europäische Akademie Bozen (Italien).

Die Bayerische Staatsregierung förderte bereits in 2012 den Aufbau der für das VAO notwendigen Infrastruktur mit knapp 900.000 €. Mit weiteren mehr als 3 Mio. € werden nun zehn Forschungsvorhaben unterstützt. Ziel dieser Vorhaben ist, genauere Prognosen über die Auswirkungen des Klimawandels im gesamten Alpenbereich zu erhalten, um die regionalen Besonderheiten bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels besser berücksichtigen zu können.

Startschuss für das Virtuelle Alpenobservatorium in 2012

Begrüßung an der Forschungsbahn: (v.l.) Konsortialratsvorsitzender Prof. Dr. Siegfried Specht, StM Dr. Marcel Huber, 1. Bürgermeister Thomas Schmid, UFS Prokurist Roland Mair und UFS Ge-schäftsführerin Dr. Simone von Loewenstern.
Begrüßung an der Forschungsbahn: (v.l.) Konsortialratsvorsitzender Prof. Dr. Siegfried Specht,
StM Dr. Marcel Huber, 1. Bürgermeister Thomas Schmid,
UFS Prokurist Roland Mair und UFS Geschäftsführerin
Dr. Simone von Loewenstern.

Der Startschuss für das Virtuelle Alpenobservatorium erfolgte im April 2012 anlässlich eines Besuchs des bayerischen Umweltministers Dr. Marcel Huber auf der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus.

Ziel des Virtuellen Alpenobservatoriums (VAO) ist die Intensivierung der Zusammenarbeit der Höhen-Forschungsstationen in den Alpen, verbunden mit dem Austausch von Daten zur Klimaforschung sowie der Durchführung gemeinsamer wissenschaftlicher Projekte.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) baut dafür z.B. das Datenanalysezentrum der Forschungsstation aus und schließt es an das  Weltdatenzentrum für Fernerkundung der Atmosphäre (WDC-RSAT) an.

Internationale Vernetzung mit Schweiz, Österreich und Italien

Unter den Augen des Umweltministers unterzeichnen die Partner des Virtuellen Alpenobservatoriums die Kooperationsvereinbarungen.
Unter den Augen des Umweltministers unterzeichnen die Partner des Virtuellen Alpenobservatoriums die Kooperationsvereinbarungen.

In einem ersten Schritt vernetzen sich in 2012 die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus, die Forschungsstation Jungfraujoch und Gornergart (Schweiz), das Höhenobservatorium auf dem Sonnblick (Österreich) und die Europäische Akademie Bozen (Italien).

Weitere Einrichtungen in Frankreich (Observatorium Haute Provence) und Slowenien (Observatorium Krvavec) sollen später hinzukommen.

Grenzüberschreitende Klimaforschung

Umweltminister Dr. Marcel Huber besichtigt die wissenschaftlichen Projekte auf der UFS.
Umweltminister Dr. Marcel Huber besichtigt die wissenschaftlichen Projekte auf der UFS.

"Der Klimawandel macht nicht an Landesgrenzen halt. Um den Alpenraum als einen der sensibelsten Naturräume zu bewahren, brauchen wir eine umfassende, grenzüberschreitende Forschung. Eine Zusammenarbeit der Höhen-Forschungsstationen ist dafür unabdingbar", so erklärte Umweltminister Dr.  Huber auf einem Rundgang durch die Labore der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus.

Detaillierte Daten und Modelle als Basis zukunftsgerichteter Klimastrategien sind laut Dr. Huber Grundlage für eine verantwortungsvolle Klimapolitik. Da jedes der beteiligten Observatorien einen anderen Schwerpunkt in der Klimaforschung setzt, können dabei nun auch unterschiedliche Perspektiven auf dieselben Klimaphänomene gebündelt werden.

Die Mitarbeiter der Umweltforschungsstation mit Dr. Marcel Huber und Amtschef  Dr. Christian Barth.
Die Mitarbeiter der UFS mit Umweltminister Dr. Marcel Huber und Amtschef Dr. Christian Barth.