Virtuelles Alpenobservatorium

Vernetzung der Höhen-Forschungsstationen im Alpenraum

Umweltforschungsstation Schneefernerhaus

Internationale Vernetzung

Der Klimawandel beeinflusst unsere Umwelt. Ganz besonders stark trifft das auf die sensible Alpenregion zu. Welche Parameter des Erdsystems sind hier besonders betroffen? Welche Auswirkungen hat das auf die Region? Viele geophysikalische und chemische Prozesse lassen sich von Höhenforschungsstationen aufgrund ihrer exponierten Lage besonders gut untersuchen. Saubere Luft, wenig störendes künstliches Licht, die große Höhe usw. stellen hervorragende Bedingungen für qualitativ hochwertige Messungen dar, um die vielfältigen Vorgänge im System Erde besser zu verstehen. Deshalb bündelt das Netzwerk „Virtuelles Alpenobservatorium“ (VAO) auf Anregung der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus (UFS) auf der Zugspitze die Forschungsaktivitäten der alpinen Höhenforschungsstationen in Italien, Frankreich, der Schweiz, Österreich, Norwegen und Deutschland. Das Netzwerk soll laut dem bayerischen Umweltminister Dr. Marcel Huber eine neue Qualität in die europäische Klimaforschung bringen.

Erreichen möchten die Wissenschaftler dies, indem sie neben einer verstärkten inhaltlichen Zusammenarbeit auch vorhandene und künftige Messdaten in einem zentralen Alpen-Datenanalysezentrum (Alpen-DAZ) zusammenführen. Die informationstechnische Vernetzung des Alpen-DAZ mit dem Weltdatenzentrum für Fernerkundung der Atmosphäre in Oberpfaffenhofen (WDC-RSAT) und dem Leibniz-Rechenzentrum in Garching (LRZ) ermöglicht den Zugriff auf weitere relevante Daten (z. B. satellitenbasierte Messungen) und komplexe numerische Computermodelle. „Durch die länder- und fachübergreifende Kooperation können wir die wissenschaftlichen Fragestellungen in einer inhaltlichen Tiefe beantworten, die ohne diese Infrastruktur nicht möglich wäre“, so Professor Michael Bittner, VAO-Projektkoordinator und Sprecher des UFS-Science-Teams. Dabei handelt es sich um Informationen, die etwa der Tourismus-, Wasser-, Energie-, Versicherungs- und Gesundheitssektor, aber auch die Politik benötigt.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz fördert die beteiligten 16 bayerischen Partner mit 3 Millionen Euro für drei Jahre. Schwerpunkte sind die Themen Atmosphäre, alpine Umwelt und alpiner Wasserhaushalt.